Schwindel verstehen - Ursachen erkennen

ch2024web 400Schwindel gehört zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Menschen einen Arzt oder Physiotherapeuten aufsuchen. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, als würde sich alles drehen, schwanken oder plötzlich der Boden unter den Füßen nachgeben. Häufig entsteht dadurch große Unsicherheit und nicht selten auch Angst.
Doch Schwindel ist keine eigenständige Erkrankung – Schwindel ist ein Symptom.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Wie bekomme ich den Schwindel weg?”

Sondern:„Warum produziert mein Körper überhaupt Schwindel?”

Schwindel ist das Ergebnis eines hochkomplexen Systems
Damit wir uns sicher bewegen können, verarbeitet unser Gehirn permanent Informationen aus verschiedenen Körpersystemen:
dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr,den Augen,den Rezeptoren in Muskeln, Faszien und Gelenken,der Halswirbelsäule,dem Kiefer,dem Nervensystem.
Erst wenn all diese Informationen zueinander passen, entsteht das Gefühl von Stabilität.
Kommt es irgendwo in diesem Netzwerk zu einer Störung, kann das Gehirn widersprüchliche Informationen erhalten – und Schwindel ist häufig die Folge.
Die Ursache liegt oft nicht dort, wo der Schwindel entsteht
Genau wie Rückenschmerzen häufig nicht vom Rücken selbst ausgehen oder Kopfschmerzen nicht zwangsläufig ihren Ursprung im Kopf haben, ist auch Schwindel häufig Ausdruck einer Ursache-Folge-Kette.
In meiner Praxis erlebe ich immer wieder Patienten, bei denen beispielsweise folgende Faktoren eine Rolle spielen:

Funktionsstörungen der oberen Halswirbelsäule

erhöhte Muskel- und Faszienspannungen

Beschwerden im Kiefergelenk (CMD)

vegetativer Stress und ein dauerhaft aktiviertes Nervensystem durch Lebensumstände

frühere Verletzungen,körperliche Traumatas, emotionale Traumatas

Störungen der Körperwahrnehmung

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jede Form von Schwindel physiotherapeutisch behandelbar ist. Gerade plötzlich auftretender Schwindel mit neurologischen Auffälligkeiten muss immer ärztlich abgeklärt werden. 

Sind schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen, lohnt sich jedoch häufig ein ganzheitlicher Blick auf den Menschen. Studien und klinische Erfahrung zeigen, dass beispielsweise Störungen der Halswirbelsäule oder des Kiefergelenks durchaus Schwindelbeschwerden auslösen oder verstärken können.

 

Der Einfluss unseres Nervensystems

Ein Aspekt wird häufig unterschätzt:

Unser Gehirn bewertet permanent, wie sicher wir uns fühlen.

Befindet sich unser Nervensystem über Wochen oder Monate im Stressmodus, verändert sich die Verarbeitung sämtlicher Sinnesinformationen.
Viele Betroffene berichten deshalb, dass ihr Schwindel
in Stresssituationen zunimmt,nach schlechterem Schlaf stärker wird,in großen Menschenmengen auftritt,oder während längerer Bildschirmarbeit beginnt.
Hier zeigt sich erneut:
Der Körper funktioniert niemals isoliert.
Deshalb beginnt jede Behandlung mit Zuhören.
In meiner Praxis steht zunächst nicht die Behandlung im Mittelpunkt, sondern das Verstehen.
Eine ausführliche Anamnese ist oft der wichtigste Teil der Therapie.
Gemeinsam suchen wir nach möglichen Ursache-Folge-Ketten:
Wann hat der Schwindel begonnen? Gab es vorher Verletzungen? Bestehen Nacken- oder Kieferbeschwerden?Wie hoch ist die alltägliche Stressbelastung? Wie schlafen Sie? Welche Bewegungen verschlechtern oder verbessern die Beschwerden?
Erst wenn diese Zusammenhänge verstanden werden, lässt sich eine individuelle Therapie entwickeln.
Ganzheitlich statt symptomorientiert
Schwindel ist häufig die Sprache des Körpers.
Er signalisiert, dass irgendwo im komplexen Zusammenspiel verschiedener Systeme eine Dysbalance entstanden ist.
Deshalb behandle ich nicht ausschließlich das Symptom Schwindel, sondern versuche gemeinsam mit meinen Patienten die Ursachen zu verstehen und dort anzusetzen, wo das Problem tatsächlich entstanden ist.
Denn Gesundheit bedeutet für mich nicht nur die Abwesenheit von Beschwerden.
Gesundheit entsteht dann, wenn der Körper wieder in der Lage ist, seine natürlichen Regulationsmechanismen optimal zu nutzen.p> 

 

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achter 2014

Ich habe 23 Jahre als Cheftherapeut die Deutsche Rudernationalmannschaft betreut von 2001-2024.

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